Body Image im Sport – Wie siehst du dich selbst?

…stark, sportlich, hässliche Beine, zu dünn, Muskeln, klein, unförmiger Bauch, breit, fit, okay …

Das sind einige der Antworten, die Miri (NubyMi) und Daria (Brain & Barbells) von ihren Teilnehmern im Webinar „Body Image im Sport“ auf eine scheinbar einfache Frage bekommen haben: „Welche Worte fallen dir spontan ein, wenn du über deinen Körper denkst?“
Doch die Antworten fallen auffallend unterschiedlich aus. Es werden Körperbereiche hervorgehoben, mit denen man unzufrieden ist oder die man gut an sich findet. Auch beschreibende Wörter bezüglich Ästhetik oder Funktionalität des Körpers werden genannt. Manche Antworten sind neutral, die meisten jedoch wertend formuliert.
So sehr wie wir uns alle in unserer Persönlichkeit und äußerem Erscheinungsbild unterscheiden, so unterschiedlich scheint auch unsere Wahrnehmung von der Welt um uns herum und von uns selbst zu sein. Beeinflusst in unserer Wahrnehmung werden wir alle: Wir vergleichen bewusst und unbewusst unser Aussehen mit dem von anderen, wir orientieren uns gerne an aktuellen Schönheitsidealen oder grenzen uns auch davon ab. Wir haben bestimmte Vorstellungen davon, wie wir gerne aussehen würden und was allgemein als „schön“ empfunden wird. Das Aussehen kann bewusst eingesetzt und Körper für bestimmte Zwecke präsentiert werden. Wir bewerten und werden bewertet. Wir werden täglich über die Medien und auf Social Media-Plattformen mit körperbezogenen Trends konfrontiert, inspiriert und schlimmstenfalls unter Druck gesetzt. Aber warum beschäftigen sich so viele von uns so intensiv mit dem Aussehen? Wie hängen Körperbild und Selbstwertgefühl zusammen? Und können wir uns ein positives Körperbild erarbeiten?
Doch klären wir zuallererst die Begrifflichkeiten.

Design ohne Titel (1)

BODY IMAGE - was ist das?

Body Image oder (ins Deutsche übersetzt mit) „Körperbild“ ist laut Definition „das Bild, was wir in unserem Kopf über unseren Körper formen und wie der eigene Körper auf uns wirkt“ (Schilder, 1935). Der Begriff wurde vom österreichisch-amerikanischen Neurologen Paul Schilder geprägt und umfasst alle Vorstellungen, Sichtweisen, Überzeugungen und Haltungen in Bezug auf den eigenen Körper. Das Bild vom eigenen Körper entwickelt sich auf mentaler/psychologischer Ebene und hat auf unsere Persönlichkeitsentwicklung großen Einfluss.
Davon abzugrenzen ist das ältere Konzept des „Körperschema“, welches als physiologisches Konstrukt die Auseinandersetzung des Körpers mit der Umwelt meint. All unsere Sinne nehmen Informationen aus der Umwelt auf, welche wir nutzen, um uns räumlich zu orientieren und um unseren Körper und unsere Umgebung bewusst wahrzunehmen und zu gestalten.

JETZT WIRDS THEORETISCH - Das model der Körpererfahrung

Im Jahr 1991 erschien das „Modell der Körpererfahrung“ nach Jürgen Bielefeld. In diesem wird nach „Körperwahrnehmung“ und „Körpererleben“ unterschieden, wobei diese Begriffe synonym für „Körperschema“ (body scheme) und „Körperbild“ (body image) verwendet werden. Nach Bielefeld ist das „Körperschema“ der neurophysiologische Bereich der „Körpererfahrung“ und umfasst die Orientierung am und im eigenen Körper (body orientation), das Einschätzen von Größenverhältnissen sowie die räumliche Ausdehnung des Körpers (body size estimation) und die faktischen Kenntnisse über den eigenen Körperbau und -funktionen (body knowledge). Das „Körperbild“ dagegen ist laut Bielefeld der psychologisch-phänomenologische Bereich der „Körpererfahrung“ und setzt sich zusammen aus der auf den Körper gerichtete Aufmerksamkeit (body consciousness), dem Erleben von Grenzen zwischen Körper und Umwelt (body boundary) und die auf den eigenen Körper und dessen Aussehen gerichteten Einstellungen und (Un-)Zufriedenheit (body satisfaction).
Letztendlich ist es schwierig, die Begriffe voneinander abzugrenzen. Die eigene Wahrnehmung von sich und der Umwelt entwickelt und verändert sich ein Leben lang. Durch frühkindliches Lernen am Modell übernehmen wir unterbewusst Verhaltens- und Denkweisen von Bezugspersonen. Unser privates Umfeld und die Gesellschaft prägen unser Denken und Verhalten, wir suchen stets nach Orientierung und Sicherheit. Durch den ständigen Informationsabruf und -vergleich setzen wir das, was wir wahrnehmen, ständig in einen Kontext. Um uns vor Reizüberflutung zu schützen und um für uns wichtige Dinge zu verarbeiten, fokussieren wir bewusst und filtern unbewusst diese inneren und äußeren Reize. Objektivität fällt uns also allen eher schwer. Dadurch entspricht unsere Wahrnehmung nicht immer der objektiven Realität. Und Eigen- und Fremdwahrnehmung sind nicht immer deckungsgleich.
Betrachten wir also nun die Faktoren, die die Wahrnehmung unser eigenen Körperbildes beeinflussen.

EINFLUSSFAKTOREN AUF UNSER KÖRPERBILD

Unser Bild vom eigenen Körper formt sich sowohl durch unsere eigenen, also den individuellen Faktoren, als auch durch unser Umfeld, den soziokulturellen Faktoren. Diese inneren und äußeren Faktoren beeinflussen sich gegenseitig und verändern sich auch im Laufe unseres Lebens. Unser Körperbild, so wie wir uns selbst sehen, ist somit von vielen Einflüssen geprägt und entwickelt sich stets im Kontext.
Sowohl Merkmale der Persönlichkeit als auch die körperliche Veranlagung sind individuelle Faktoren. Auch persönlich gemachte Erfahrungen und Erlebnisse zählen zu den individuellen Faktoren und formen das Körperbild. Der persönliche Stellenwert, den wir für Aussehen und Gewicht einräumen, kann sehr unterschiedlich ausfallen. Wie man wahrnimmt und worauf man den Fokus verstärkt legt, hat Einfluss auf die Wahrnehmung des eigenen Selbst, also auch auf das Körperbild und auf das Selbstwertgefühl. Ist man beispielsweise ein Mensch, der zu Ängstlichkeit oder Depression neigt (Persönlichkeitsmerkmal), wird der Fokus vielmehr auf Negatives gerichtet, wodurch man eher zu einer höheren Unzufriedenheit und geringerem Selbstwertgefühl tendiert. So wie man sich gibt und wirkt, nimmt dessen Umfeld einen wahr und reagiert entsprechend. Allerdings hat auch das Umfeld (privat, beruflich & gesellschaftlich) einen großen Einfluss auf die eigene Wahrnehmung und das Selbstwertgefühl. In unserem Umfeld suchen wir stets nach Bestätigung, Annahme und/oder Orientierung. Hier findet also eine große Wechselwirkung statt.
Vor allem aber scheint der soziale Kontext einen besonders großen Einfluss auf unsere Emotionen und Empfindungen gegenüber unserem eigenen Körper zu haben. Eine Studie (Tricia, Burke, Rains, 2019) ergab, dass Menschen sich, je mehr sie sich sportbezogene Posts von Freunden und anderen Mitgliedern sozialer Netzwerke ansehen, Sorgen um ihr eigenes Gewicht und Aussehen machen. Dies kann zu einem schlechteren Selbstbewusstsein und Körperbild führen. Besonders Menschen, die uns nahestehen, ähnlich sind und/oder mit denen wir uns gerne vergleichen, können uns in unserer Eigenwahrnehmung beeinflussen. Die Nutzung von Social-Media-Kanälen hat in den letzten Jahren zugenommen. Eine Gewichtsabnahme (unabhängig der Hintergründe) wurde und wird meist noch immer (trotz Gegenbewegungen wie z.B. „body positivity“) von der Mehrheit idealisiert und mit Erfolg und Attraktivität assoziiert. Aktuelle Gegenbewegungen, wie beispielsweise „body positivity“, haben verhältnismäßig noch wenig Anhänger, da es diese noch nicht so lange gibt. Der Trend ist dennoch da und wird auch weiterwachsen – gut so!
Wie sehr das aktuelle, allgemein verbreitete Schönheitsideal in einem selbst internalisiert ist oder wie sehr man sich davon befreit, ist psychologisch betrachtet, ein Persönlichkeitsmerkmal und mal wieder auch stark mit dem Selbstwertgefühl verknüpft. In einer aktuellen Studie (Engeln, Loach, Imundo & Zola, 2020) wird berichtet, dass allgemein unter den 18- bis 26-Jährigen (mehrheitlich Frauen) bereits sieben Minuten Scrollen durch Instagram die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper signifikant senkt.

GESTörtes Körperbild und wie es entsteht

In unseren ersten Lebensjahren erkunden wir uns und die Welt. Wir nehmen mit allen Sinnen wahr, entdecken die eigenen Körperteile und deren Funktionen, die Ausrichtung des Körpers im Raum, verknüpfen Informationen und Erfahrungen und machen uns nach und nach ein Gesamtbild von uns selbst und unserer Umgebung. Ein Vergleichen mit sich und anderen Menschen dient der Einordnung und Orientierung. Eine Bewertung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden entwickelt sich erst durch die Wahrnehmung von Bezugspersonen und deren Einstellung und Verhalten.

So hat man herausgefunden, dass Mädchen sich stark an ihren Müttern orientieren, da diese meist ihre ersten wichtigsten Bezugspersonen im Leben sind (Modelllernen). In einer Eyetracking -Studie (Bauer, Schneider, Waldorf et al., 2017) wurden Mütter und Töchter untersucht, die sich im Spiegel selbst betrachten sollten und es wurde beobachtet, wohin ihre Blicke jeweils zuerst wanderten. Man konnte feststellen, dass, je kritischer Mütter sich selbst im Spiegel betrachten, desto kritischer auch der Blick der Töchter auf ihren eigenen Körper ist. Auch eine gezielte Richtung der Aufmerksamkeit wurde entdeckt: Körperbereiche, mit denen man selbst unzufrieden ist, wurden häufiger und/oder länger im Spiegel angesehen.

Dem eigenen Aussehen wird zudem ein größerer Stellenwert beigemessen, wenn dies einem in einen spezifischen Umfeld Vorteile verschafft. Auf der Bilder-Plattform Instagram beispielsweise tummeln sich Fitnesssportler, Modells und weitere körperpräsentierende Menschen. Wer mit seinem Körper – egal ob aus Aspekten der Ästhetik oder Funktionalität – Geld verdient, Aufmerksamkeit und Reichweite erzielt, für den hat das eigene Aussehen, die Präsentation in der Öffentlichkeit und die Bestätigung darüber einen viel größere, persönliche Bedeutung als für andere Netzwerknutzer. Körper- und fitnessorientierte Beiträge können Betrachter positiv inspirieren und motivieren. Gefährlich wird es, wenn diese Beiträge unrealistische, ungesunde oder manipulative Inhalte enthalten und dadurch das Selbstwertgefühl von nacheifernden und sich damit vergleichenden Menschen darunter Schaden nimmt.

Ein gestörtes Körperbild ist Kernmerkmal und gleichzeitig Risikofaktor für die Entstehung von Essstörungen. Es gibt verschiedene Merkmale der Körperbildstörung, welche einzeln, aber auch zusammen auftreten können. Eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers und dessen Maße ist die Perzeptive Komponente. Hierzu zählen Menschen, die an Bulimia Nervosa und Anorexia Nervosa erkrankt sind. Die kognitiv-affektive Komponente schließt die Bewertung des eigenen Körpers nach Attraktivität und der persönliche Stellenwert, den man Körpergewicht und -aussehen zuschreibt, ein. Man hat herausgefunden, dass Menschen, die unzufrieden mit ihrem eigenen Körper sind, diesen sehr selektiv betrachten und ihre Aufmerksamkeit auf besonders negativ wahrgenommene Körperregionen richten (Cordes, Bauer, Waldorf et al., 2015; Tuschen-Caffier, Bender, Caffier et al., 2015). Auch scheint eine starke Körperunzufriedenheit starke negative Emotionen hervorzurufen, wie beispielsweise Scham und Angst in Bezug auf den eigenen Körper (Tuschen-Caffier, Vögele, Bracht et al., 2003; Vocks, Legenbauer, Wächter et al., 2007). Das Verhalten im Umgang mit dem eigenen Körper ist die behaviorale Komponente. Menschen mit einem negativen Körperbild eignen sich oft die Strategie der körperbezogenen Vermeidung an (Steinfeld, Waldorf, Bauer, Huber et al., 2018). Beispielsweise wird der Körper unter weiter Kleidung versteckt oder der Blick in den Spiegel gemieden. Auch die Entwicklung eines starken Kontrollverhaltens ist nicht unüblich, dass sich zum Beispiel über überdurchschnittlich langes Betrachten im Spiegel, Abmessen und Abtasten des Körpers äußert (Nikodijevic, Buck, Fuller‐Tyszkiewicz et al., 2018).

WEIL DU ES DIR WERT BIST: Hinterfrage dein KÖRPERBILD

Wenn du dir nun über dein Körperbild und dein Selbstwertgefühl Gedanken machst, kannst du strukturiert vorgehen und das „Vier-Komponenten-Modell“ (nach Legenbauer/Vocks) nutzen. Du kannst eine Menge über deine Gedanken über dich und deine Verhaltensweisen dir selbst gegenüber lernen. Und du kannst herausfinden, was dich in deiner Selbstwahrnehmung beeinflusst und toxische Einflussfaktoren eliminieren, die in dir ein negatives Körperbild erschaffen.

1. Wahrnehmung: Frage dich zuerst: Wie nehme ich mich wahr/ wie sehe ich mich selbst?
2. Gedanken: Welche Gedanken kommen dir als erstes, wenn du über dich nachdenkst?
3. Gefühle: Welche Gefühle löst das Nachdenken über dich selbst aus? Welche Gefühle treten am häufigsten bei dir auf und wodurch werden sie ausgelöst?
4. Verhalten: Hinterfrage nun dein Verhalten:

  • Gibt es Orte, Situationen und Tätigkeiten, die du vermeidest und warum?
  • Kontrollierst du, was du isst, wie du aussiehst, dein Gewicht und vergleichst du dich mit anderen?
  • Vernachlässigst du bewusst körperbezogenes Verhalten wie beispielsweise Berührung und Pflege des eigenen Körpers, Bewegung und Wellness?


Ein Beispiel für Antwortmöglichkeiten eines Menschen mit negativem Selbstbild:

1. Ich nehme meinen Körper als zu dick wahr.
2. Ich denke, ich bin zu dick und dadurch hässlich.
3. Ich fühle meistens beschämt und verzweifelt, weil ich mich unwohl in meinem Körper fühle und weil andere Menschen mich wahrscheinlich nicht schön finden.
4. Ich ziehe weite Kleidung an und berühre mich ungern ein, weil ich meinen Körper nicht mag. Ich meide Badeplätze, weil ich die Blicke anderer nicht ertrage.

körperbild & Selbstwertgefühl

Erfahrungen, die man anhand seines Körpers macht, dienen der Selbstentwicklung. Man entdeckt körperliches Aussehen und Fähigkeiten, erhält Rückmeldung über Erfolge und Misserfolge, erkennt seine Stärken und Schwächen und entwickelt ein Körperbewusstsein und ein Selbstkonzept. Dieses Selbstkonzept (nach Zimmer, 2006) besteht aus dem faktischen Wissen zur eigenen Person (Selbstbild): wie sehe ich aus und was kann ich? Und aus einer bewertenden, emotional-verknüpften Selbstwertschätzung (Selbstwertgefühl): bin ich zufrieden mit meinem Aussehen und meinen Fähigkeiten? Körperbild und Selbstwertgefühl stehen demnach in einem Zusammenhang. Ein gutes Selbstwertgefühl zu haben, bedeutet, dass man mit sich, seinem Äußeren und seinen Fähigkeiten zufrieden ist. Bin ich mit meinem Körperbild nicht zufrieden oder habe sogar ein gestörtes Körperbild, welches nicht der objektiven Realität entspricht, hat das in beiden Fällen negative Auswirkungen auf mein Selbstwertgefühl. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass auch die Umwelt das Selbstwertgefühl beeinflussen kann. Bekommt man aus seinem Umfeld stets negative Rückmeldung oder Ablehnung, so leidet das Selbstwertgefühl darunter und die Unzufriedenheit mit sich selbst nimmt zu. Auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers kann darunter leiden.

Übrigens: Es ist normal, dass wir nicht immer zufrieden mit uns sind und dass die Selbstwahrnehmung schwankt. Wenn wir gute Laune haben, sind wir meist weniger kritisch mit uns selbst und lenken unsere Aufmerksamkeit auf Dinge und Bereiche, die wir mögen – so auch umgekehrt. Und wenn du einen Menstruationszyklus hast, dann kannst du sicherlich bestätigen, dass es Phasen gibt, in denen man sich unglaublich schön und stark fühlt und Phasen, in denen man mit fast allem an sich unzufrieden ist – da spielen die Hormone mit rein und die können schon mal für ordentliches Gefühlschaos und verzehrte Selbstwahrnehmung sorgen. 😉

WEIL DU ES DIR WERT BIST: ERHÖHE DEIN SELBSTWERTGEFÜHL

Stundenlang durch Instagram scrollen, sich vergleichen, sich schlecht fühlen. Sich im Spiegel in den ungeliebten Speck kneifen. Die hundertdreiundfünfzigste Diät beginnen. Sich nicht im Bikini der Öffentlichkeit zeigen. Beim Sport nur dabei denken, wieviel Kalorien man verbrennen und Gewicht verlieren „muss“. Schluss damit – Zeit für ein bisschen mehr Selbstliebe!

Was kannst Du aktiv in dir und um dich herum verändern?

  • Gestalte aktiv dein Umfeld (Social Media & Kontaktpersonen):
    Deabonniere bewusst mal alle Profile, die dir ein schlechtes Selbstwertgefühl und Körperbild verschaffen und konfrontiere dich weniger mit körperbezogenen Inhalten und Personen – Social Media hat einen riesigen Einfluss auf unsere Zufriedenheit mit uns selbst!
  • Selbstwertdienliches Vergleichen:
    Das Vergleichen mit Anderen lässt sich nicht so einfach abschalten, das machen wir ganz automatisch. Du kannst aber mal bewusst gegensteuern und öfter mal „nach links und rechts schauen“ – warum sich ausschließlich nur mit scheinbar schöneren, klügeren, besseren Menschen vergleichen? Geht auch in die andere Richtung, aber Vorsicht: gesunde Balance von beiden Vergleichsarten halten!
  • Auf die Ausdrucksweise achten:
    Achte mal darauf Wertschätzung und Lob weniger körperbezogen, dafür eher funktionell auszudrücken, z.B. „Toll, wie fit und stark du geworden bist“. Das rückt auch den eigenen Fokus nach und nach mehr auf die Funktionalität statt nur auf die Ästhetik – probier´s aus!
  • Mehr als nur gut aussehen wollen:
    Frag dich immer wieder: „Was bin ich noch außer meinem Körper?“ Du hast viele Stärken und die haben nicht unbedingt mit Aussehen zu tun. Das ist doch super, du bist vielmehr als nur ein Körper. Damit dein Selbstwertgefühl nicht allein von deinem Aussehen bestimmt wird, baue dieses auf verschiedenen Säulen auf und werde dir deiner vielen guten Eigenschaften und Fähigkeiten bewusst – Menschen, die dir was bedeuten, lieben dich nicht dafür, dass du gut aussiehst!


Du findest das Thema „Körperbild“ spannend und würdest gerne mehr darüber lernen? Praktische Tipps und Ratschläge bekommt ihr in den nächsten Praxisworkshops mit Miriam und Daria. Diese finden am Sonntag, den 18.07.21 und am Samstag, den 24.07.21 statt.

Quellen

(1) Bachmann, M., Wey, J. (2013). Körperwahrnehmung und Selbstkonzept. Ein Projekt zur Förderung der Körperwahrnehmung in der Psychomotoriktherapie. Bachelorarbeit, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich. Aufrug am 14.06.21 unter https://ilias.hfh.ch/goto.php?target=file_7647_download&client_id=ilias-hfh.ch

(2) Bauer, A., Schneider, S., Waldorf, M., Adolph, D., Vocks, S. (2017). Familial transmission of a body-related attentional bias – An eye-tracking study in a nonclinical sample of female adolescents and their mothers. PLoS ONE 12(11): e0188186. Aufruf am 14.06.21 unter https://doi.org/10.1371/journal.pone.0188186

(3) Bechstein, M. (o.J.). Körperkonzept – Körperschema – Körperbild. In: Praxis der Motopädie – Psychomotorik, 60-68. Aufruf am 14.06.21 unter http://www.mbechstein.de/reader_pm/theorie_themen/06_koerperkonzept.pdf

(4) Burke, T. A., Rains, S. A. (2019). The Paradoxical Outcomes of Observing Others’ Exercise Behavior on Social Network Sites: Friends’ Exercise Posts, Exercise Attitudes, and Weight Concern, Health Communication, 34:4, 475-483. DOI: 10.1080/10410236.2018.1428404

(5) Cordes, M., Bauer, A., Waldorf, M., Vocks, S. (2015). Körperbezogene Aufmerksamkeitsverzerrungen bei Frauen und Männern: Potenzieller Risikofaktor für die Entstehung und Aufrechterhaltung eines gestörten Körperbilds. Psychotherapeut, 60(6), 477–487. Aufruf am 14.06.21 unter https://doi.org/10.1007/s00278-015-0058-z

(6) Engeln, R., Loach, R., Imundo, M.N., Zola, A. (2020). Compared to Facebook, Instagram use causes more appearance comparison and lower body satisfaction in college women. Body Image. doi: 10.1016/j.bodyim.2020.04.007

(7) Hilscher, C. (Hrsg.) Körperbild. In: psylex.de. Neumünster (o.J.). Aufruf am 14.06.21 unter https://psylex.de/psychologie-lexikon/allgemeine/koerperbild/

(8) Nikodijevic, A., Buck, K., Fuller-Tyszkiewicz, M., de Paoli, T., & Krug, I. (2018). Body checking and body avoidance in eating disorders: Systematic review and meta-analysis. European Eating Disorders Review, 26(3), 159-185. Aufruf am 14.06.21 unter https://doi.org/10.1002/erv.2585

(9) Steinfeld, B., Waldorf, M., Bauer, A., Huber, T., Braks, K., Vocks, S. (2018). Körperbezogenes Vermeidungsverhalten: Validierung des deutschsprachigen Body Image Avoidance Questionnaire (BIAQ) an Jugendlichen mit Anorexia und Bulimia Nervosa sowie einer gesunden Kontrollgruppe. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 68, 126–136. Aufruf am 14.06.21 unter https://doi.org/10.1055/s-0043-116848

(10) Tuschen-Caffier, B., Bender, C., Caffier, D., Klenner, K., Braks, K., Svaldi, J. (2015). Selective visual attention during mirror exposure in anorexia and bulimia nervosa. PLoS ONE, 10(12): e0145886. Aufruf am 14.06.21 unter https://doi.org/10.1371/journal.pone.0145886

(11) Tuschen-Caffier, B., Vögele, C., Bracht, S., Hilbert, A. (2003). Psychological responses to body shape exposure in patients with bulimia nervosa. Behaviour Research and Therapy, 41(5), 573-586. Aufruf am 14.06.21 unter https://doi.org/10.1016/s0005-7967(02)00030-x

(12) Universität Osnabrück (BEAM-Net), (2020). Körperbildstörung. Aufruf am 14.06.21 unter https://www.beam-net.uni-osnabrueck.de/koerperbildstoerung.html#c14863

(13) Vocks, S., Legenbauer, T., Wächter, A., Wucherer, M., Kosfelder, J. (2007). What happens in the course of body exposure? Emotional, cognitive, and physiological reactions to mirror confrontation in eating disorders. Journal of Psychosomatic Research, 62(2), 231-239. Aufruf am 14.06.21 unter https://doi.org/10.1016/j.jpsychores.2006.08.007

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